Bildbearbeitung auf dem Smartphone

Im Fach Kunst muss mit digitaler Bildbearbeitung gearbeitet werden. Dies ergibt sich aus der großen Verbreitung digitaler Fotoapparate und der Flut von digitalen Fotos im Internet, in Printmedien und natürlich auch in der Kunst – digitale Fotos sind eine gesellschaftliche und kulturelle Realität. Das Fach Kunst hat hier die Aufgabe die Kompetenzen der Schüler bei der Produktion und Rezeption digitaler Fotos zu fördern.

Die Smartphones integrieren bereits Kamera, Bildbearbeitungsfunktionen und Präsentationsmöglichkeiten. Es liegt also nahe sie in diesem Zusammenhang einzusetzen. Ihr Nachteil ist der kleine Bildschirm, ihr großer Vorteil liegt aber darin, dass die Schüler Smartphones besitzen, diese direkt im Kunstunterricht nutzbar und sinnvolle Apps sogar kostenlos sind. Man muss also nicht erst den PC-Raum buchen und dort das teure Photoshop-Programm mit zwei Schülern an einem Gerät nutzen.

Im Kunstunterricht werden wahrscheinlich folgende Aspekte zu bearbeiten sein:

  • das Korrigieren von Darstellungsfehlern (Farbe, Belichtung, perspektivisches Entzerren …) im Sinne einer naturalistischen Sicht,
  • das Verfremden von Fotos („aufhübschen“, Tontrennung, Filter …) im idealistischen Sinn,
  • das Collagieren von Fototeilen (Auswahl, Stempel …) zu einem neuen Bild.

Der gesamte Prozess umfasst folgende Teilschritte:

  1. Foto aufnehmen oder laden
  2. App starten und Bearbeitung durchführen
  3. Sicherung des Ergebnis auf dem Smartphone
  4. Präsentation des Ergebnis
  5. Abgabe des Ergebnis an den Lehrer

Zu den einzelnen Schritten lassen sich folgende Überlegungen und Lösungen anmerken:

1. Foto aufnehmen oder laden

Bei der Aufnahme sollten möglichst Hinweise auf die manuellen Eingriffsmöglichkeiten gegeben werden. Die Auswahlmöglichkeit eines Bildbereichs für die Belichtungsbestimmung und die Bildschärfe sollten alle Smartphones besitzen. Besonders bei kontrastreichen Situationen und/oder extremen Unterschieden zwischen Nah- und Fernbereich ist dies effektiv nutzbar.

Fotos aus dem Internet sollten nicht verwendet werden! Das hat nicht nur mit Urheberrechten zu tun, sondern auch mit dem Gedanken selbst Bilder zu produzieren!

Falls der Lehrer Fotos zur Bearbeitung bereitstellen will, z.B. im Zusammenhang mit konkreten Aufgaben, bietet sich moodle hierfür an. Dort können die Fotos und auch die Aufgabe als Text hierzu bereitgestellt werden.

Es liegt aber nahe direkt selbst Fotos zu erstellen und damit dann weiter zu arbeiten.

2. App starten und Bearbeitung durchführen

Zunächst muss geprüft werden, ob die Bearbeitungsapp das Original überschreibt oder eine bearbeitete Kopie erstellt. Es ist immer ratsam zunächst in der Fotoverwaltung selbst eine Kopie des Fotos zu erstellen. Auf dem IOS-Gerät wählt man dafür das Foto in der App „Fotos“ und dann das Teilen-Ikon. Dort findet sich die Möglichkeit des Duplizierens.

Die kostenlose App PicsArt deckt (fast) alle Möglichkeiten der Bearbeitung ab und ist dennoch relativ gut handhabbar.

PicsArt

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Man muss sich natürlich einarbeiten, aber die Oberfläche ist auf dem kleinen Smartphone-Monitor gut nutzbar. Die Präzision ist bei der Touch-Bedienung nicht ganz so gegeben, für den Kunstunterricht reicht es aber. Wer bereits Erfahrungen mit Photoshop oder ähnlichen Programmen besitzt, wird die üblichen Werkzeuge auch bei PicsArt wiederfinden und sich relativ schnell orientieren können. Hilfreich sind auch die „How-To“-Videos des Herstellers.

Da es diese App sowohl für IOS und Android gibt, ist sie mein absoluter Favorit! Ich kann bei Erläuterungen oder Hilfen auf eine identische Arbeitssituation zurückgreifen. Auch Mitschüler können so einfacher Hilfen geben.

Natürlich darf man auch andere Apps nutzen. Die Fülle an Optionen von Picsart kann auch erschlagen und eine spezialisiertere App sinnvoller sein.

Meistens kennen Schüler bereits Apps, die vorgefertigte Filter auf das Foto anwenden, die dann evtl. noch angepasst werden können (z.B. Snapseed, Instagram). Diese Apps wären aber im Sinne von Kunstunterricht zunächst nicht sinnvoll, sie produzieren nur vorgefertigte Effekte. Wichtiger ist es selbst die Anpassungen vorzunehmen und die jeweiligen Wirkungen zu erfahren und zu reflektieren.

3. Sicherung des Ergebnis auf dem Smartphone

Das bearbeitete Foto existiert zunächst nur innerhalb der App, es muss zusätzlich als fertiges Foto exportiert werden. Der Export in die Fotoverwaltungs-App auf dem Smartphone ist der einfachste und schnellste Weg.

In PicsArt erscheint zunächst ein Auswahlfenster, das diese Option nicht direkt anbietet. Erst der Tipp auf „Weitere“ bietet die Möglichkeit „Bild sichern“.

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Diese Sicherung ist auch für Zwischenergebnisse sinnvoll, allerdings sind bei den exportierten Fotos die Bearbeitungsschritte nicht revidierbar.

 

4. Präsentation des Ergebnis

Der kleine Monitor des Smartphones ist für 1-3 Personen noch brauchbar zu betrachten, bei einer ganzen Klasse natürlich viel zu klein. Die Ergebnisse müssen aber – schon allein aus Neugier – präsentiert werden. Hier werden aber ja auch kritische Kommentare im Sinne der Aufgabenstellung zu formulieren und Mittel und Wirkung zu reflektieren sein.

Statt nun mit Kabel und Adapter das Smartphone an den Beamer zu koppeln, bietet sich das Apple TV an. Drahtlos können die Schüler von ihrem Platz aus die Verbindung herstellen und ihr – vorher ausgewähltes Ergebnis – präsentieren (Beitrag hier im Blog). Zu beachten ist, dass die Schüler vorher wissen, wie sie ihre privaten Fotos vor der Präsentation schützen können (Beitrag hier im Blog).

 

5. Abgabe des Ergebnis an den Lehrer

Der einfachste Weg der Abgabe besteht in einer Dropbox-Dateianfrage. Hierfür muss man als Lehrer einen Dropbox-Account besitzen, der ist kostenlos und kann bei mehr Speicherplatzbedarf auch kostenpflichtig erweitert werden. Die Schüler müssen sich nicht registrieren.

Die Details und Alternativen werden hier im Blog in einem Beitrag erläutert.

Startseite_-_Dropbox

 

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